Bienen füttern im März: Wie, warum und wie viel?

Mitte Februar war es schon so frühlingshaft, dass die Bienen begonnen haben zu brüten. Regen und stürmisches Wetter können diese Entwicklung nicht stoppen, doch die Bienen finden in der Natur noch nicht genügend Nahrung. Wenn der Wintervorrat jetzt knapp wird, brauchen die Bienen Futter. Aber welches, wie viel und wie gibt man es ihnen?

 

Geschrieben von Jana Tashina Wörrle

 

Der Frühling 2019 zeigt sich tückisch. Erst schien er früh durchzustarten, dann kamen stattdessen die Stürme und der Regen. Für die zweite Märzhälfte sind die Wetterprognosen nun freundlicher und sagen voraus, dass Sonnenschein und wärmere Temperaturen folgen. Die Bienen sind allerdings schon aktiv, seitdem sich Mitte Februar der Winter scheinbar verabschiedete. Oftmals hat die Königin schon fleißig Eier gelegt und die ersten Jungbienen schlüpfen. Sie alle haben Hunger, aber die Natur ist noch nicht so weit, dass es dort genug Nektar und Pollen zu finden gibt. Und nun? Das Winterfutter ist meist aufgebraucht.

 

Bestenfalls haben die Bienen jetzt noch einen Futtervorrat aus dem vergangenen Jahr. Manches Mal ist es nun aber auch notwendig, sie zu füttern. Aber wie viel sollte man jetzt füttern, damit die Bienen genug haben, um stark in den Frühling zu starten? Welches Futter – flüssig oder fest, noch vorhandene Futterwaben oder gar Honig? Und sollte man die Bienenvölker jetzt schon Wabe für Wabe auf den noch vorhandenen Futtervorrat untersuchen?

 

Bienen füttern: Wie viel Vorrat brauchen Bienenvölker?

 

Grundsätzlich gilt hierbei, dass der im Vorteil ist, der schon im Herbst gut vorgesorgt hat. „Die 'alten Tanten' des Vorjahres haben mit der kräftezehrenden Brutaufzucht jetzt mehr als genug zu tun. Die Aufnahme und Verarbeitung gutgemeinten Futters ist eine zusätzliche Belastung“, erklärt dazu Jens Radtke vom Länderinstitut für Bienenkunde in Hohen Neuendorf. Er hält das Füttern der Bienen im Frühjahr für eher schädlich als nützlich, obwohl es manchmal notwendig werden kann. Radtke rät deshalb dazu, lieber etwas mehr Winterfutter zu geben und im Frühjahr überschüssige Futterwaben zu entnehmen, wenn diese nicht gebraucht werden. „So schafft man Vorräte für die neuen Ableger. Andernfalls kann es im Frühjahr verdammt eng werden bis zur ersten Tracht“, sagt er. Gerade im März und April werde das meiste Winterfutter verbraucht. Zwischen drei bis fünf Kilogramm pro Monat können das bei starken Völkern sein.

 

Bienenvölker sollten jederzeit einen Vorrat von mindestens fünf bis zehn Kilogramm Futter- bzw. Honig haben. Vor Mitte April ist meist mit keinem erheblichen Nahrungseintrag zu rechnen und so muss gerade jetzt in Zeiten des hohen Verbrauchs der Vorrat laut Radtke wöchentlich nachgeprüft werden. Fehlt Futter, muss nachgefüttert werden – entweder mit noch vorhandenen Futterwaben oder mit Futter aus Imkereifachhandel. Letzteres nennt der Mitarbeiter des Bieneninstituts eine „Notfütterung“.

 

Notfütterung: Welches Futter ist jetzt das richtige für die Bienen?

 

„Hierzu eignet sich das industriell hergestellte Flüssigfutter am besten. Es wird einfach in Gläser gefüllt, deren Deckel etwa zehn Löcher mit ca. zwei Millimeter Durchmesser aufweisen. Die Gläser werden umgestülpt auf Leisten über den Bienensitz gestellt, so dass die Löcher frei hängen“, erklärt er. Das Futter kann hierbei durch den im Glas entstehenden Unterdruck nicht auslaufen und die Bienen kommen leicht heran. Bei anderen Gefäßen werde oft der Weg zum Futter zu lang. Zudem rät er von selbst angerührter Zuckerlösung ab, da diese erst invertiert werden müsste. Und um Futterteig aufzunehmen, müssten die Bienen ausfliegen und Wasser sammeln können.

 

Besonders wichtig bei einer Notfütterung: Der Futterstrom darf nicht abreißen, bis die Völker möglichst schnell um die erforderlichen fünf bis zehn Kilo zugenommen haben.

 

Die beste Variante bleibt aber aus Sicht des Fachmanns das Füttern mit überschüssigen Futterwaben anderer Völker. Diese werden an den Rand des Brutnestes gehängt. Dabei muss die am Brutnest jeweils erste Futterwabe entweder offen sein oder mit einer Entdeckelungsgabel aufgerissen werden.

 

Wie stellt man fest, dass Bienen jetzt Futter brauchen?

 

Bleibt immer noch die Frage, wie man zu dieser Jahreszeit feststellt, wie viel die Bienenvölker jetzt an Futter benötigen. Dabei gilt der Grundsatz: Die Bienen möglichst wenig zu stören. „Bei Magazinen kann man ganz einfach durch Ankippen der kompletten Beute Unterschiede zwischen den Völkern feststellen. Noch besser geht es mit einer Federzug- oder Kofferwaage samt langem Haken“, sagt Radtke.

 

Bei den leichten Völkern wirft man einen Blick unter den Deckel. Hilfreich ist dabei eine Taschenlampe. Rauch sollte man – wenn überhaupt – nur wenig nutzen. Sind oberhalb der Bienen breite Futterkränze zu sehen, ist alles in Ordnung. Sitzen die Bienen dagegen schon auf den Rähmchenoberträgern und auch zu den Seiten, sind kaum noch verdeckelte Futterflächen erkennbar, sei dringend Hilfe notwendig. „Haben die Völker gar kein Futter mehr, sitzen die Bienen bereits mit gespreizten Flügeln zitternd auf den Waben, kommt jede Hilfe zu spät“, so der Experte.

 

Nur bei Hinterbehandlungsbeuten mit Querbau komme man zur Beurteilung des Futterzustandes nicht umhin, bei Flugwetter die letzten Waben herauszunehmen, bis man an den Bienensitz gelangt.

 

Radtke gibt noch Tipps dazu, wie man das Beurteilen des Gewichts langfristig plant, um Vergleichsdaten für die folgenden Jahre zu haben: So habe man eine sichere untere Gewichtsgrenze, wenn die Bienenvölker nach der letzten Honigernte und einem Verbleib von fünf bis zehn Kilo Vorrat gewogen hat. Wiegt man dann nochmals nach der Einfütterung hat man bei jeder weiteren Kontrolle Angaben zum bisherigen Verbrauch. Vergleichsdaten bekommt man aber auch dann, wenn man eine baugleiche Beute mit Waben wiegt und zwei Kilo Bienen sowie fünf bis zehn Kilo notwendigen Futtervorrat hinzurechnet. „In Ermangelung von Waben werden hierfür 500 Gramm für eine Wabe addiert. So hat man eine Faustzahl für das Mindestgewicht“, erklärt er.

 

Bienen füttern: Was erwartet Imker im Frühjahr 2019 – wann gibt es die erste Tracht?

 

Auch wenn die meisten Imker im Frühjahr immer wieder neu vor der Frage stehen, ob gefüttert werden muss, kann man für das Frühjahr 2019 sagen, dass es eigentlich bislang keine wirklichen Besonderheiten parat hat. Denn die warme Witterung noch im Herbst 2018 war meist auch begleitet von einem Nahrungseintrag der Bienen. „So haben viele Bienenvölker noch Honigtau oder Nektar von Zwischenfrüchten eingetragen, ohne dass es vom Imker bemerkt wurde“, sagt Jens Radtke. Meistens stellt ein solcher Eintrag eine Ergänzung der Nahrungsvorräte dar. Doch Vorsicht: Unbemerkt kann es auch dazu kommen, dass Völker keine Wintertraube bilden können und dann auf zu vollen Waben erfrieren.

 

Mitte Februar hatte die Bienen in den meisten Regionen Deutschlands in diesem Jahr dann bereits die Chance auf einen frühen Reinigungsausflug. Die Gefahr von honigtaubedingter Ruhr hat dies erheblich reduziert. Die dann folgenden warmen Tage haben dafür gesorgt, dass die Bienenvölker stark zu brüten begonnen haben, aber auch die Pflanzenwelt hat entsprechend reagiert. „Frühblüher sind bereits im Gange und die ersten Massentrachten werden entsprechend früh einsetzen, so dass sich aus Sicht der Nahrungsversorgung derzeit keine abnorme Situation erkennen lässt“, erklärt der Wissenschaftler aus Hohen Neuendorf. Nur bei einer Verzögerung früher Massentrachten aus Obst, Ahorn, Löwenzahn und Raps deutlich über Mitte April hinaus könne verbreitet Futternot auftreten.

 

Jens Radtke warnt statt vor einem Futtermangel deshalb derzeit eher dazu, dass Imker die Varroa-Belastung in diesem Jahr nicht unterschätzen sollten, wenn es bei dieser Frühjahrsentwicklung bleibt. „Durch das zeitige Frühjahr und den entsprechend starken Brutbeginn können sich die Varroa-Milben entsprechend früh vermehren, so dass daraus eine deutlich größere Gefahr entsteht als 2018.“

 

Bitte geben Sie die Zeichenfolge in das nachfolgende Textfeld ein

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.

Passende Artikel
Sofort lieferbar
API-Fonda Futterteig, 2,5 kg API-Fonda Futterteig, 2,5 kg
Inhalt 2.5 kg (1,58 € / 1 kg)
ab 3,95 € *
Sofort lieferbar
Sofort lieferbar
API-Invert Futtersirup, 16 kg Karton API-Invert Futtersirup, 16 kg Karton
Inhalt 16 kg (1,18 € / 1 kg)
ab 18,95 € *
Sofort lieferbar
API-Invert Futtersirup, 28 kg Karton API-Invert Futtersirup, 28 kg Karton
Inhalt 28 kg (1,07 € / 1 kg)
ab 29,95 € *
Sofort lieferbar
API-Invert Futtersirup, 2,5 kg Portionspack API-Invert Futtersirup, 2,5 kg Portionspack
Inhalt 2.5 kg (1,58 € / 1 kg)
ab 3,95 € *
Kontaktformular

Persönliche Beratung
030 60058230