Braucht jeder Imker eine geeichte Waage?

 

Die Eichgebühren sind 2019 gestiegen. Das betrifft auch Imker, denn geeichte Waagen sind Pflicht beim Abfüllen von Honig für den Verkauf. Es muss allerdings nicht jeder Imker eine eigene geeichte Waage besitzen. Diese Alternative gibt es, um die Pflichten zu erfüllen.

 

Geschrieben von Jana Tashina Wörrle

 

Meist sind es klassische Handelswaagen bis fünf Kilogramm Gewicht, die Imker zum Abfüllen von Honig verwenden. Sie ähneln den von kleinen Lebensmittelhändlern oder Verkäufern auf dem Wochenmarkt. Diese Waagen müssen alle zwei Jahre geeicht werden. Bis im vergangenen Jahr kostete dies 53,40 Euro. Diese Kosten sind seit Mai 2019 um ganze 37 Prozent gestiegen und liegen nun bei 73,40 Euro. Das legt die Mess- und Eichgebührenverordnung fest.

 

Grundregel: Geeichte Waagen für Imker Pflicht

 

Diese wurde erst im Jahr 2015 gemeinsam mit dem neue Mess- und Eichgesetz eingeführt. Seitdem gelten bundesweit die selben Gebühren. Und noch mehr: Seitdem ist im Gesetz auch festgelegt, dass im Prinzip geeichte Waagen für Imker zwingend vorgeschrieben sind. Die bis dahin geltenden Bestimmungen wurden außer Kraft gesetzt: Sie besagten, dass geeichte Waagen nicht genutzt werden müssen, wenn immer das gleiche Gewicht abgewogen wird.

 

Dennoch gibt es Ausnahmeregelungen für diejenigen, die Honig verkaufen. Sie besagen nach Angaben des Deutschen Imkerbundes, dass keine geeichte Waage nötig ist, wenn der Umsatz von höchstens fünf Euro pro Geschäftsvorgang nicht überschritten wird bzw. ein Gesamtumsatz von maximal 2.000 Euro pro Jahr. Das trifft allerdings schon beim Verkauf von zwei Gläsern Honig an einen Kunden tnicht mehr zu. „Daher kann diese Ausnahmeregelung auf die Imkerei nicht angewandt werden“, teilte schon damals Dr. Werner von der Ohe, Beirat für Honigfragen des D.I.B. vom Laves Institut für Bienenkunde in Celle, in einem offiziellen Schreiben des Verbands mit.

 

Geeichte Waagen für Imker: Es gibt Ausnahmen

 

Dennoch hat von der Ohe einen Tipp parat, wie Imker es erreichen, dass sich nicht jeder einzeln eine geeichte Waage anschaffen muss und sich damit alle zwei Jahre die Gebühren spart. Er rät dazu, eine geeichte Waage gemeinsam zu nutzen, z. B. im Verein. „Man kann fremde geeichte Waagen mit gültigem Siegel zur Überprüfung einer eigenen Waage verwenden“, sagt er dazu auf Anfrage, was aktuell für Imker gilt.

 

Das funktioniert so: Klassischerweise führt man Wägungen von mehreren Honiggläsern auf der geeichten und eigenen Waage durch, notiert und dokumentiert die Aktion inklusive der Abweichungen. Dann berücksichtigt man beim Abwiegen auf der eigenen Waage die Abweichungen – sofern welche festgestellt wurden. Zudem rät der Honigfachmann: „Man sollte dabei auch dokumentieren, von wem und wann für welchen Zeitraum die geeichte Waage ausgeliehen wurde und um welches Modell es sich handelt.“

 

Allerdings ergänzt von der Ohe: „Diese Vorgehensweise sollte allerdings nur als eine Übergangslösung erfolgen. Die Anschaffung einer eigenen geeichten Waage sollte das Ziel sein.

 

 

 

Bitte geben Sie die Zeichenfolge in das nachfolgende Textfeld ein

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.

Passende Artikel
Sofort lieferbar
Sofort lieferbar
Kontaktformular

Persönliche Beratung
030 60058230