Online auf Bienenschwarmsuche

So funktioniert die digitale Schwarmbörse von Mellifera

 

Geschrieben von Jana Tashina Wörrle

 

Wenn Erhard Maria Klein davon spricht, dass 2018 ein „unterdurchschnittlich gutes Schwarmjahr“ war, freut er sich nicht wie wohl die meisten klassisch arbeitenden Imker in Deutschland, dass er wenig Schwärme fangen musste und die Bienen eher wenig Drang hatten, auszuschwärmen. Klein mag es, wenn die Bienen in Schwarmstimmung kommen – er braucht dies sogar für seine eigene Imkerei und andere Schwarmimker, denen er hilft, sich über die Schwarmbörse mit Naturschwärmen zu versorgen.

 

Erhard Maria Klein hat sich schon vor vielen Jahren für die Bienenhaltung auf der Basis des Schwarmtriebs entschieden. Er lässt seine Bienen entscheiden, wann sie sich vermehren wollen, teilt Völker dann entweder kurz vor dem Ausschwärmen oder fängt den Schwarm dann wieder ein, wenn er sich an einem neuen Ort gesammelt hat. Der Schwarm-Imker vertritt die sogenannte wesensgemäße Imkerei und für die Initiative Mellifera e.V. kümmert er sich ehrenamtlich um die Schwarmbörse, über die jeder online Schwärme melden oder finden kann. Über diesen Weg sollen vor allem Imker-Anfänger unterstützt werden, die beim Aufbau ihrer Bienenbestände auf Naturschwärme angewiesen sind.

 

Naturschwärme für Neuimker

 

2018 war auch Sicht von Erhard Maria Klein also ein Jahr mit eher wenigen Schwärmen – zumindest besagt die Statistik der Börse, dass rund 1.000 Meldungen und damit weniger als in starken Schwarmjahren eingegangen sind. Von rund 130 Bienenschwärmen weiß Klein, die in diesem Jahr wirklich vermittelt werden konnten. „Das heißt aber noch lange nicht, dass alle anderen herrenlos sich selbst überlassen wurden. Wir erfassen aber nicht jeden individuellen Fall, sondern hoffen immer, dass die Kommunikation über die Schwarmbörse selbstständig funktioniert“, erklärt er. So erfährt er eben meist nicht, was aus den Schwärmen wird. Die Plattform stellt ausschließlich den Kontakt zwischen den Suchenden und den Schwarm-Findern her.

 

Konkret geht es darum, dass jeder, der einen herrenlosen Bienenschwarm entdeckt hat, ihn über die Schwarmbörse melden kann. Imker aus der Nähe, die sich bei der Börse registriert haben, werden kann informiert und können den Schwarm einfangen. Entscheidend ist hierbei die Entfernung, so wird als erstes auch der Imker benachrichtigt, der am nächsten dran ist. Kann oder will er den Schwarm nicht fangen, wird der zweiten in der Entfernungsliste informiert usw. Die Informationen werden ausschließlich per E-Mail übermittelt.

 

Bienenschwärme suchen und abgeben


Sowohl als Imker, der gerne herrenlose Schwärme in seiner Region einfangen möchte, als auch als derjenige, der Schwärme abgeben möchte, kann man sich auf der Plattform ein Profil anlegen und ist dann sozusagen im Pool der Schwarmbörsen-Imker enthalten bzw. kann dort sichtbar machen, wenn er anderen Bienenschwärme anbieten kann. Bei der Registrierung werden auch Daten dazu gespeichert, ob der Imker bereit ist für einen Bienenschwarm etwas zu zahlen bzw. ob er eine Aufwandsentschädigung erwartet, wenn er einen Schwarm an einen anderen Imker weitergibt. Dabei werden Preise Rahmen von kostenlos bis zu 100 Euro von den Börsenteilnehmern selbst vereinbart. Dabei ist es den Plattformanbietern allerdings wichtig, dass klar ist, dass sich die Aufwandsentschädigung nur auf die Weitergabe von Schwärmen von Imker zu Imker bezieht und nicht auf das Einfangen von Schwärmen. Denn dieses sollte grundsätzlich kostenlos geleistet werden. Die Plattform ist jedoch so programmiert, dass möglichst diejenigen zusammenkommen, die hierbei das gleiche Interesse haben. Genau funktioniert dies auch bei anderen Faktoren wie die Entfernung und die finanziellen Vorstellungen.

Und noch einen Filter haben die Plattformmacher eingebaut: „Anfänger werden bevorzugt“, erklärt Klein und meint damit, dass diejenigen, die angeben, erst seit kurzem zu imkern und ihre Imkerei aufzubauen, als erste einen E-Mail bekommen, wenn in ihrer Nähe ein herrenloser Schwarm gesichtet wurde und sozusagen zum Fangen bereit steht oder wenn sich ein Imker meldet, der einen Schwarm abzugeben hat.

 

Die Nachfrage nach Schwärmen ist den Berichten des Schwarmvermittlers zufolge gestiegen und so ist auch die Schwarmbörse in den vergangenen Jahren des Imkeraufschwungs bekannter geworden. Wie das allgemeine Interesse an der Imkerei, so flaut derzeit aber auch die Neugier an der Schwarmbörse etwas ab. Schon vor zehn Jahren haben die Mitglieder von Mellifera die Schwarmbörse gegründet und eigentlich soll die Plattform bald eine technische Überarbeitung bekommen. „Aber da wir die Betreuung der Website und alles drum herum kostenlos anbieten, können wir so etwas nur Schritt für Schritt organisieren“, sagt Klein, der sich über jeden freuen würde, der Lust hat mitzumachen – entweder direkt im Verein oder auch nur als Imker, der sich rege beim Schwarmfangen und Schwärme vermitteln engagiert. Denn die Börse sei auch eine Möglichkeit den starken Vermehrungsdrang, den die Bienen nun einmal haben, auf natürliche Art zu nutzen.

 

2018 kein wirklich starkes Schwarmjahr 

 

Auch wenn 2018 kein wirklich starkes Schwarmjahr war, gibt es in diesem Jahr dennoch eines, was sich sehr stark zeigt: die Wespen. Erhard Maria Klein erlebt schon seit längerem, dass sich viele Privatleute über die Schwarmbörse melden, wenn sie ein Wespen- oder Hornissennest im Garten entdecken. „Viele kennen den Unterschied zwischen Wespen und Bienen nicht. Es fehlt an Aufklärung darüber in unserer Gesellschaft, wie man sie voneinander unterscheidet“, sagt Klein. Auf der Website der Schwarmbörse gibt es deshalb auch einen extra Bereich mit dem Titel „Sind es wirklich Bienen?“ und vielen Infos dazu, wie man einen Bienenschwarm erkennt.

 

Hier geht es zur Schwambörse.>>>

 

 

 

 

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