Ein Garten für die wilden Bienen

Gelesen und bewertet: das Buch „Mein Bienengarten“ von Elke Schwarzer

 

Geschrieben von Jana Tashina Wörrle

 

Wer jetzt eine Anleitung zur Bienenweide erwartet, die den besten Honigertrag verspricht, eine gute Pollenversorgung für die Honigbienenvölker im Frühjahr oder gar Nektarquellen von Spättrachten, ist hier falsch. Zwar trägt das Buch „Mein Bienengarten“ den Untertitel „Bunte Bienenweiden für Hummeln, Honig- und Wildbienen“, dennoch steht hier nicht die Honigernte im Fokus. Es geht vielmehr um die wilden Schwestern der Honigbiene, um solitär lebende Wildbienen, wie man ihnen Nistplätze und Nahrung bieten und damit auch die Artenvielfalt im eigenen Garten fördern kann.

 

Schon auf den ersten Seiten schreibt die Biologin davon, dass die Beschäftigung mit den „pelzeigen Insekten“ süchtig machen kann. Sie hat sich auf die zahlreichen, manchmal winzigen, oft bunt schillernden oder einzigartig summenden und brummenden Wildbienen und Hummeln spezialisiert, da diese oft vergessen werden, wenn über das Bienensterben und die Aufgaben gesprochen wird, die nun anstehen, um die Insektenwelt und die Artenvielfalt wieder zu fördern. Im Mittelpunkt stehen der Garten und das gezielte Anpflanzen von Nahrung für die Bestäuberinsekten, genauso wie das Gestalten des passenden Lebensraums, damit die Wildbienen Nistplätze finden.

 

Nahrung für alle summenden Gartenbesucher

 

Das Grundprinzip der beschriebenen Blühpflanzen richtet die Autorin aber dennoch nach dem Motto „Alle summenden Besucher im Garten sollen bewirtet werden“. Dabei beantwortet sie die Fragen: „Warum sind ungefüllte Blüten zu bevorzugen?“, „Wie wichtig sind heimische Pflanzen?“ und „Wie viele Pflanzen einer Art sollte man pflanzen?“.

 

Dann geht es weiter mit Tipps zu Gartengestaltung und einer bienenfreundlichen Gartenpflege, wobei hier lediglich auf fünf Seiten die wichtigsten Aspekte zu diesem Thema angeschnitten werden. Man erfährt, warum man statt einem Rasen eine Wiese anlegen sollte, wie man natürliche Nisthilfen baut und welche Rolle dabei Totholz spielt. Außerdem bekommt man eine Anregung, sich mehr damit zu beschäftigen, dass vermeintliche Schädlinge wie Blattläuse oder Unkraut nützlich sein können. Wer zu einzelnen Aspekten jedoch vertieftere Informationen sucht, muss weitere Fachbücher zu Rate ziehen. Elke Schwarzer bleibt hier kurz und knapp.

 

Nachschlagewerk für „noch mehr Bienenpflanzen“

 

Nach diesem Teil des Buches geht es weiter mit Porträts einzelner Wildbienen und passend dazu auch der Präsentation ihrer Lieblingspflanzen. Es folgt ein Teil speziell für Hummeln und dem, was sie als Nahrungspflanzen in einem Garten gerne vorfinden. Der letzte Teil – vor einem Serviceteil mit Nachschlagewerk zu „noch mehr Bienenpflanzen“ – beschreibt sogenannte Füllpflanzen. Das sind Pflanzen, die gut in fast jede Nische passen – ob im Schatten oder in der Sonne – und die eine Mahlzeit für besonderen Individualisten bieten.

Zusammenfassend kann man sagen, dass das Buch „Mein Bienengarten“ ein gutes Nachschlagewerk bietet, wenn man gezielt Wildbienen und Hummeln in seinem Garten ansiedeln möchte. Man lernt viel über einzelne Arten und welche Pflanzen sie benötigen und entsprechend auch bestäuben. Wer jedoch ausführliche, grundlegende Informationen zur bienenfreundlichen Gartengestaltung sucht, benötigt wohl noch ein paar mehr Bücher, die Detailfragen klären.

 

Bitte geben Sie die Zeichenfolge in das nachfolgende Textfeld ein

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.

Passende Artikel
Sofort lieferbar
Kontaktformular

Persönliche Beratung
030 60058230