So baut man ein Wildbienenhotel

Wildbienen finden immer weniger Nahrung und Nistplätze

Bauen statt kaufen

Statt Brachflächen kann man ihnen aber auch den heimischen Balkon oder Garten anbieten und hier neuen Lebensraum schaffen. Sogenannte Insekten- bzw. Wildbienenhotels – beide Namen sind gebräuchlich – kann man fertig kaufen und selber bauen. Im Internet wird man zwar schnell fündig – Bauanleitungen gibt es zuhauf. Doch dabei kann man viel falsch machen. Vor allem die fertigen Varianten haben viele Mängel.

"Fertige Insektenhotels sind oft aus behandeltem Holz, voll von Schadstoffen und manchmal auch unsauber verarbeitet, voller Splitter", warnt Melanie von Orlow vom Nabu Berlin. Die Biologin ist überall dort im Einsatz, wo Hummeln-, Hornisse- oder Bienenschwärme in Berlin eingefangen und umgesiedelt werden sollen. Aber auch zum Ansiedeln von Wildbienen auf Großstadtbalkons hat sie Tipps.

Dose, Holzklotz oder Blumentopf

Am einfachsten geht das, indem man ein paar Bambusröhren – wenn möglich mit verschiedenem Durchmesser – in eine leere Konservenbüchse steckt, diese in eine Balkonecke legt und so fixiert, dass die Öffnungen waagrecht sind. Die Röhren können unterschiedlich lang, müssen aber unbedingt hinter geschlossen sein.

Man kann aber auch einen Holzklotz oder eine dicke Scheibe eines Baumstammes nehmen – hierbei empfiehlt sie Obstbaum – und ein paar Löcher hinein bohren. "Diese dürfen nicht zu groß sein, die gebohrten Gänge sollten sich nicht berühren und am anderen Ende geschlossen bleiben", sagt von Orlow. Zu groß wäre übrigens schon alles über acht Millimeter, denn Insekten und besonders die kleinen wilden Wespen mögen es eng und schmal. Für die Länge der gebohrten Gänge gibt es eine Faustregel: "Die Löcher sollten zehn Mal so tief sein wie ihr Durchmesser", erklärt die Wildbienenexpertin.

Als dritte Variante nennt sie dann einen alten Blumentopf, den man mit Lehm füllt und mit dem Finger ein paar Kuhlen hineindrückt. Löcher und Gänge bohren sich die Tierchen dann in den weichen, luftgetrockneten Matsch ganz alleine.

Nachbau, aber richtig

Man muss also gar nicht so einen Aufwand betreiben und versuchen ein Wildbienenhotel so nachzubauen wie es fertig verkauft wird – natürlich ohne die beschriebenen Mängel. Aber man kann: Dazu schraubt man sich am besten aus ein paar Brettern einen Kasten zusammen – ähnlich eines großen Setzkastens.

Und jetzt zur Füllung: In dieser Variante des Wildbienenhotels kann man jede der Unterteilungen des Kastens verschieden füllen – mit Bambus, einem Holzblock mit Löchern und mit Lehm. Umso abwechslungsreicher das Material und damit auch die Größe der Löcher, umso mehr Käfer-, Bienen- und Wespenarten finden hier Unterschlupf. Die kleinsten Wildbienen sind beispielsweise nur etwa einen Millimeter groß, die größten bis zu drei Zentimeter.

In Deutschland gibt es über 550 Arten, in Berlin knapp 300. Und ihnen einen Unterschlupf anzubieten, bedeutet keinesfalls plötzlich das große Krabbeln auf dem Balkon zu haben. Denn die wilden Arten leben allein, sie sind meist schüchtern und menschenscheu. "Und sie lieben die Sonne. Das Insektenhotel sollte immer in der Sonne stehen, vor Wind und Regen geschützt", fügt von Orlow hinzu. Etwas wählerisch könnten die Wildbienen bei Hochhäusern werden. Alles, was höher als der fünfte Stock ist, wird sie wahrscheinlich kaum interessieren.

Bitte geben Sie die Zeichenfolge in das nachfolgende Textfeld ein

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.

Passende Artikel
Insektenbuffet/Blühstreifenmischung, 250g Insektenbuffet/Blühstreifenmischung, 250g
Inhalt 0.25 kg (27,84 € / 1 kg)
6,96 € *
Sofort lieferbar
Kontaktformular

Persönliche Beratung
030 60058230